Advertisement
 
   
 
     
 
 
     
     
     
Wassergekühlte Netzteil im Eigenbau PDF Drucken E-Mail
Saturday, 28. October 2006

 Hier findet ihr eine Anleitung zum Umbau eines Luftgekühlten PC-Netzteils in ein Wassergekühltes Netzteil.

 Viel Spaß beim lesen!

 

Wassergekühltes 460W Netzteil im Eigen(um)bau

Achtung!!!

Nachfolgend beschriebene Arbeiten sind lebensgefährlich und daher nur von entsprechend authorisiertem Fachpersonal durchzuführen.

In Schaltnetzteilen dieser Art treten Gleichspannungen von bis zu 320V auf! Alle Sicherheitshinweise sind zu beachten!

Das umgebaute Gerät muss an einem Personenschutz-/FI-Schalter (30mA) betrieben werden!

Der Autor haftet für keinerlei Schäden, die durch Nachbau, Unachtsamkeit, nicht beachten der Sicherheitshinweise oder sonstige Gründe entstehen können!

Material (vgl. Fotos unten):

1 x  Enermax EG465AX-VE (W) FMA --> (G)
1 x TO220 Hochleistungswiderstand 100kOhm
1 x TO220 Hochleistungswiderstand 10kOhm
1 x  reines elektrolyt Kupfer (Blöcke, Blech und Kupferrohr) oder fertiger Kühler
1 x isolierte Kupfer Litze (kann Netzkabel entnommen werden)
1 x Wärmeleitkleber
1 x Wärmeleitende Vergussmasse (möglichst schnellhärtend, Trafo-Harz tuts aber auch)
2 x 1/4" gerade Plug&Cool Einschrauber
3 x Lötösen
1 x M3 Schraube und Mutter für die beiden TO220 Widerstände

für die Pumpensteuerung:

1 x Netzkabel und verschieden farbige Litzen
1 x Relais (Schaltspannung 230V, Hilfsspannung 12V)
2 x 3polige 230V Buchse oder Kupplung nach Wahl (am besten verriegelbar)
1 x passender Stecker (für Pumpe)

Anleitung:

Aus besagten Gründen (roter Kasten oben) erfolgt diese Anleitung recht knapp. Dieser Artikel soll keinesfalls nicht qualifizierte User auf die Idee bringen, auch ohne entsprechende Grundkenntnisse und Löterfahrung einen Nachbau zu wagen. Die Sicherheitshinweise oben sind unbedingt ernst zu nehmen. Entsprechende Kenntnisse und wenigstens etwas Erfahrung sowie Geschick im Umgang mit dem Lötkolben sowie ähnlichen Basteleien sind absolute Vorraussetzung. Ansonsten findet sich sicher jemand der helfen kann und diese Vorraussetzungen erfüllt. Zur Not wendet Euch bitte an CT100 der bereits viel Erfahrung mit diesen Netzteilen hat - und solche auch gegen Bares umbaut.

Einige Fotos, die ich vor, während und nach dem Umbau gemacht habe befinden sich am Ende des Artikels und zeigen abgesehen vom Einbau der Pumpensteuerung alle wichtigen Schritte.

Der Hauptkühlkörper ist eine alte Revision eines CT100 Kühlers - dadurch hab ich mir einen Haufen "Metallarbeit" gespart ;-) Das eine Drosselfrästeil stammt aus der neuen Revision kann aber wesentlich preisgünstiger durch eine selbst gelötete Wanne ersetzt werden wie ich sie für die PFC-Drossel angefertigt habe.

1.) Zuerst wird das Netzteil "zerlegt" und die später nicht mehr notwendigen Lüfter ausgebaut. Die weiße Klebmasse an den Drosseln und teilweise Kondensatoren wird vorsichtig mit Schraubenzieher, Telefonzange und ähnlichem entfernt. Kältespray könnte das ganze vereinfachen.

2.) Anschließend müssen die beiden Kühlkörper und alle daran befestigten Leistungsbauteile ausgelötet werden. Beim Eingebau eines Kühlers die Originalkühler als Schablone verwenden (Aussparungen beachten). Die Originalkühlkörper waren in Strompfade eingelötet und sollten später elektrisch durch dicke Litze ersetzt werden (vgl. Fotos). Der neue Kühlkörper darf nirgendwo elektrisch mit dem Netzteil verbunden sein und MUSS geerdet bzw. elektrisch leitend mit dem Netzteil Gehäuse verbunden werden!

3.) Die große Drossel (vgl. Fotos) wird auch ausgelötet und mit der Vergussmasse in ein Kupferfrästeil eingegossen - alternativ kann aus Kupferblech eine "Wanne" gelötet werden (Lötbrenner!) in die die Drossel gegossen wird. Siehe dazu auch die Fotos von der PFC-Drossel, die ich zum eingiessen NICHT ausgelötet habe da dort ausreichend Platz war.

4.) Alle Bauteile werden von den Originalkühlkörpern gelöst und 1:1 entsprechend isoliert auf den neuen Kühler geschraubt. Dazu vorher die Schrauben so knapp wie möglich kürzen und die Muttern flacher feilen dann von innen nach außen schrauben (sonst steht hinterher die ganze Platine unter mechanischer Spannung und es entsteht wie bei mir ein größerer Abstand zwischen Drossel- und Hauptkühler). Beim kürzen der Schrauben darauf achten, dass vorher eine Mutter aufgedreht wird sonst geht das Gewinde kaputt.

5.) Der neue Kühler wird mit einem Erdungskabel versehen. Die beiden TO220 Widerstände werden parallel geschaltet und auch am Kühlkörper montiert (eine Isolierung ist nicht notwendig) sowie mit etwas Litze versehen die später Anstelle des Keramik-Hochleistungswiderstandes (9,1 kOhm) eingelötet werden.

6.) Die vergossene Drossel wird wieder eingelötet anschließend der Hauptkühlkörper bzw. die daran befestigten Leistungsbauteile (leider ziemliche "Frikkelei").

7.) Wer Lust hat lötet noch eine Wanne für die PFC-Drossel und vergießt diese (Platine auf den Kopf, Wanne auf Drossel schieben, von der Seite mit z.B. einem gelben Gefäß aus dem Überraschungsei Vergussmasse einschütten)

8.) Die Drosselkühler mit dem Hauptkühler verkleben. Eine Kupferplatte quer über Hauptkühler und Hauptübertrager kleben.

9.) Jetzt fehlen noch zwei Löcher im Gehäuse (einfach auf den Fotos die Stege abzählen und schauen welche herausgesägt und abgefeilt werden müssen).

Damit wären wir bis auf das Zusammenschrauben fertig - wollten wir nicht noch eine Pumpensteuerung einbauen. Dazu brauche ich sicher nichts zu erklären. Einfach das Relais an die 12V Spannung des Netzteils und zwischen 230V Kaltgerätebuchse und Pumpenanschluss - fertig.

Den Einbau einer Buchse für die Pumpe empfehle ich nicht - besser drei passende Litzen mit den Anderen Netzteil-Kabeln nach Außen führen um dort eine Kupplung für die Pumpe anschließen zu können. Meine Lösung ist deshalb weniger günstig weil der Wasseranschluss in unmittelbarer Nähe der Buchse ist - an einer anderen Stelle findet sich aber kein Platz.

Um die Pumpe bei Testläufen auch ohne PC laufen zu lassen habe ich mit der zweiten Buchse/Kupplung und dem Netzkabel noch ein Anschlusskabel für die Pumpe gebaut.

Wer will - oder wie ich noch LEDs und Kippschalter übrig hat kann dann noch eine Beleuchtung einbauen. Dazu habe ich jeweils zwei parallele Leds mit zwei anderen in Reihe zwischen 5V und 12V angeschlossen. Damit liegt jede LED an etwa 3,5V - für die verwendeten Ultrahellen Dioden geht das in Ordnung.

viel Spaß beim Basteln!

BlackVoltage

 

==> Bildergalerie - Fotos zu fast allen Arbeitsschritten  

 


 
< Zurück
 
  Design by augs-burg.de & go-vista.de  
     
   
Design by go-vista.de and augs-burg.de