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Parallelport LC-Display im Eigenbau (Material ca. 25,- Euro) Warum LC-Display Ein LCD bietet dem Anwender ein breites Anwendungsfeld. So ist es zusammen mit der entsprechenden, im Internet frei verfügbaren, Steuerungssoftware in der Lage, zum Beispiel folgende Daten anzuzeigen: | sämtliche Systemdaten z.B. Festplatten und RAM-Status | | aktueller Prozessortakt | | Anzahl neuer eMails (auf dem Server) | | Up-time | | Temperaturen , Lüfterdrehzahlen, Spannungen (mit MBM 5) | | Up-/Download Status | | ICQ-Infos | | Multiplayer Game Infos (z.B. Half-life inkl. aller MODs) | | u.v.m | Besonders interessant in Zusammenhang mit einer Wasserkühlung sind hierbei natürlich die Temperaturen, da so jederzeit eine Kontrolle der richtigen Funktion der Wakü gewährleistet ist. Wie so ein Display b.z.w. die benötigte Ansteuerung selbst gebaut werden kann, wird in diesem Artikel gezeigt: Benötigtes Material Das benötigte Material variiert je nach Ausführung und letztendlicher Realisation. Ich habe mich für ein 4x20 Display (eBay Shop 21,- Euro) sowie eine interne Version mit Verdrahtung auf Platine und eine Edelstahlfrontblende entschieden. Alle hierfür benötigten Bauelemente sind unten aufgelistet. Wenn die Verdrahtung nicht wie hier vorgestellt, sondern ohne Platine, Buchsen- und Stiftleisten erfolgen soll, entfallen natürlich die entsprechenden Bauteile und auch einige Lötarbeit. Anstelle der aufgeführten Trimmer kann man ebenso Potis verwenden und diese an der Frontplatte nach außen führen, so dass Kontrast und Helligkeit jederzeit von außen geregelt werden können (meiner Meinung nach nicht nötig, daher hab ich die Trimmer verwendet). Die angegebenen Trimmer sind außerdem für die "liegende" Montage; stehende sind natürlich ebenso zu verwenden, haben aber eine andere Bestellnummer! Wer (so wie ich) noch einen alten Drucker hat der lediglich per Parallelport anzusteuern ist sollte gleich einen zusätzlichen Parallelport einplanen (PCI bei Reichelt etwa 19,- Euro ISA bei Pollin 3,50 Euro). Bauteile: Für die Ansteuerung des Displays: | Anzahl | Beschreibung | Reichelt Bestellnummer | | 1 | 4x20 LCD (mit HD44780 oder kompatiblem Controller) | LCD 204B LED (27,20 Euro !!) | | 1 | Druckerkabel 1,8m (oder Stecker plus Flachbandkabel) | AK 101 | | 1 | 10KOhm Trimmer | PT 15-L 10K | | 1 | 100 Ohm Trimmer | PT 15-L 100 | | 1 | Rasterplatine | H25PS050 | | 1 | Stiftleiste | Stiftl. 40G | | 2 | Buchsenleiste | Buchsenl.20G | | 1 | Diode | 1N 4001 | | 1 | Litze | Litze BL - alternativ Bauteil-"Beinchen" oder ähnliches für Lötbrücken | | 1 | Floppy Power Buchse aus altem Laufwerk oder PC Netzteil Power Adapter 5V | | Nach Norm sind die farbigen Drähte der PC-Netzteilanschlüsse wie folgt kodiert: rot = +5V; gelb = +12V; Schwarz = Masse/Gnd Für oben angegebene Bestellnummern übernehme ich keinerlei Garantie also bitte überprüfen ( www.reichelt.de ) Für die Frontblende: | Anzahl | Beschreibung | | 1 | (197x85)mm 1-2mm dickes Edelstahl- oder Aluminiumblech | | 4 | M3 Schrauben | | 8 | Kunststoff Unterlegscheibchen (optional bei Verwendung von metallbolzen) | | 4 | Distanzbolzen oder Hülsen aus Metall zum verschweißen oder aus Kunststoff | | | alternativ: | | 2 | normale Kunststoffblenden Eures PC Gehäuses und heißkleber | Werkzeug: Unumgänglich ist ein Lötkolben ( www.pollin.de für 2,50 Euro) sowie Lötzinn mit integriertem Lötflussmittel, nützlich wäre noch Heißkleber und ein kleiner Seitenschneider sowie eine stabile Schere. Dremel oder Metallsäge dienen zum Zurechtschneiden der Platine. Möchtet Ihr hinterher eine Frontabdeckung für das Display aus 2 Laufwerksschachtabdeckkungen (Kunststoff) basteln, so empfiehlt sich zudem eine Laubsäge mit Metallsägeblatt und feines Schmirgelpapier. Für die unten vorgestellte Metallblenden-Variante wird entweder ein befreundeter Schlosser/Metallbauer ;-) oder Bohrmaschine, Feilen, Schleifpapier, Stichsäge mit Metallsägeblatt u.s.w. benötigt. Vorbereitung Zuerst könnt ihr die Buchsen und Stiftleisten auf eine Länge von jeweils 16 Elementen kürzen. Die Platine muss mindestens so breit sein, dass die Buchsen b.z.w. Stiftleisten so angebracht werden können, dass keine der Pins untereinander kurzgeschlossen werden. Die Länge hängt davon ab, ob ihr stehende oder liegende Trimmer oder gar Potis (die nicht auf Platine montiert werden) verwendet. Vor dem Kürzen am besten mal alle Bauteile so aufstecken, wie eine Verdrahtung laut Schaltplan (siehe unten) und eine sinnvolle Anordnung der Bauteile möglich ist. Anmerkung : meine Platine (vgl. Fotos) ist deutlich größer als nötig dies liegt daran das ich die platine so breit wie das Display hoch gemacht habe. Das nächstemal würd ich dies aber nicht so machen und das ganze so klein wie möglich realisieren (da man die unschönen Brücken vermeidet). Alternative zur Vermeidung der Brücken wäre eine Lochstreifen Platine dann müssen mittels Drehmel oder Bohrer allerdings verschiedene unterbrechungen realisiert werden. Tipp: zur verschönerung der Optik könnt ihr die Platine vor der Bestückung von der Oberseite z.B. schwarz lackieren Bestückung der Platine und löten Tipp: Beim Bestücken und löten achtet grundsätzlich darauf, immer erst die kleinsten und flachsten Bauteile zu nehmen - in unserem Falle also sämtlichen benötigten Lötbrücken und die Diode. Tipp: für eine optimale Lötstelle das zu lötende "Objekt" erst ausreichend erwärmen, dann Lötzinn zuführen. Eine richtige Lötstelle ist wie folgt zu erkennen: | | FALSCH ! | RICHTIG ! | Eine Lötstelle wie oben links zu sehen nennt man auch "kalte Lötstelle". So eine Lötstelle "funktioniert" vielleicht beim Test, wird aber im Dauereinsatz sehr wahrscheinlich versagen. Dies liegt daran, dass das Lötzinn nur oberflächlich ist - Pin und Platine waren beim Löten zu kalt. Daher ist kein Zinn zwischen die beiden Elemente geflossen und es entstand keine vernünftige Verbindung. Vorsicht: "ausreichend erwärmen" heißt nicht überhitzen manche Bauteile können sonst zerstört werden und die Buchsenleisten z.B. schmelzen ;-) Stromversorgung löten Ok, genug Theorie, jetzt soll endlich gelötet werden. Am besten zuerst die Stromversorgung laut Schaltplan inklusive der beiden Potis b.z.w. Trimmer und der Diode (an das mittlere Bein des 100Ohm-Trimmers gegen Masse, dabei muss die Markierung der Diode an der Masse-Seite sein) löten. Eine 16pin-Stiftleiste kommt direkt an das Display (von hinten aufstecken und verlöten) eine 16pin-Buchsenleiste kommt an das eine Ende der Platine (habe das Ding so gebogen, dass beim Stecken der Platine auf das Display die Oberseite der Platine (Trimmer) immer noch erreichbar ist (vgl. Fotos). Ist dieser Schritt getan, am besten alles zweimal kontrollieren und mit dem Schaltplan vergleichen. Dabei darauf achten, dass alle Lötstellen korrekt und keine ungewollten Brücken entstanden sind. links Masse, rechts Pin 1 Anschließend das Display zum Test an die 5V Versorgungsspannung anschließen. Wenn Ihr vorsichtig an den Trimmern stellt (kleiner Schraubenzieher), müsste die Helligkeit der Beleuchtung regulierbar und der kontrast so einstellbar sein, dass 2 Balken erscheinen. Erkennt Ihr die Balken und klappt dies soweit, habt Ihr alles richtig gemacht. wenn nicht, noch mal alles kontrollieren und evt. überprüfen ob die Potis defekt sind (oder der PC aus ;-) !? ) Datenleitungen Wenn obiger Test erfolgreich war, könnt Ihr Euch erst einmal gratulieren und direkt zum nächsten Schritt übergehen. Dazu müsst Ihr erst einmal das Druckerkabel auf benötigte Länge kürzen und am Schnittende etwa 5cm abisolieren (vorsichtig mit taschenmesser oder ähnlichem einen Rundumschnitt machen, der die graue Ummantelung nicht ganz durchtrennt, dann ein bisschen hin- und herknicken bis die graue Isolierung bricht und abgezogen werden kann). Die Drahtenden werdet ihr im Falle eines vollbelegten kabels nicht alle benötigen, also spart Euch erst einmal das einzelne Abisolieren aller Litzen. ACHTUNG: Wollt ihr das Druckerkabel wie ich durch eine Slotblende oder eine bohrung im Gehäuse nach außen führen, müsst ihr dies VOR dem nachfolgend beschriebenen Löten an die buchsenleiste machen. Vor dem Löten wird der 24-polige Sub-D-Stecker (Parallelportstecker) zerlegt. Dies geht am einfachsten mit 2 Feinmechaniker-Schraubendrehern: aufhebeln, erst links dann rechts oder umgekehrt (bei meinem waren links und rechts jeweils 2 Kunsthoffhaken). Ist der Stecker zerlegt, könnt Ihr die Belegung mit dem Schaltplan (siehe oben) vergleichen und feststellen, welche Drähte benötigt werden. Pin 18-25 des Steckers werden mittels Lötbrücke (z.B. Widerstandsbeinchen) untereinander kurzgeschlossen. Ihr könnt dann 1 bis beliebig viele (ich hab 3 genommen) der dort angelöteten Litzen an die Masse eurer Platine b.z.w. an die dafür vorgesehene Buchsenleiste löten. Tipp: Zum Anlöten der Drähte an die Buchsenleiste am besten erst die benötigten Pins der Buchsenleiste sowie die Drähte verzinnen anschließend die abisolierten Enden der Drähte auf ca. 3mm kürzen --> Vorteil ihr benötigt beim anlöten keine 3 sondern nur 2 Hände (kein zusätzliches Lötzinn) und es entstehen weniger schnell ungewollte Kurzschlüsse. Tipp: Die Masse auf der Platine am besten markieren (habe schwarzen Strich gemacht) dann vertut ihr euch hinterher auch nicht beim aufstecken des Steckers auf die Platine. Dann fehlen nur noch die Drähte, die an Pin 4 bis 14 der Buchsenleiste gelötet werden müssen. Die zur Buchsenleiste passende zweite Stiftleiste lötet Ihr auf die Platine und verbindet sie a) mit Masse z.B. Pin 16 b) von Pin 4 bis 14 eins zu eins mit der Buchsenleiste (für den Display-Anschluss). Längere Verbindungen auf der Platine realisiert Ihr entweder durch Lötbrücken auf der Ober- oder Unterseite der Platine (je nach Platz) oder indem ihr die Kupferpads der Platine einfach mittels Lötzinn miteinander verbindet (vergl. Foto). Letztere Brücken sehen leider was unschön aus und können wie gesagt durch z.B. eine kleinere Platine vermieden werden. | Unten Masse, oben Pin 1 Buchsenleiste rechts zum Anschluss an das Display Stiftleiste (Rückseite) für die Buchsenleiste am Druckerkabel | | Kontrolle Wenn ich nichts vergessen habe, sollte das dann eigentlich bereits alles gewesen sein. Wenn ihr ähnliches nicht schon hundertmal gemacht habt - und selbst dann - kontrolliert am besten noch einmal Eure Platine und die belegung der Buchsenleiste am Druckerkabel, dann kann alles zusammengesteckt und an den PC angeschlossen werden (der PC sollte dabei ausgeschaltet sein, achtet auch auf die richtige Position der buchsenleiste des Druckerkabels auf die Stiftleiste Eurer Platine -> Masse des Steckers auf Masse [Markierung] der Platine). Test und Software Während des Bootvorganges wird das Display erst einmal nichts anzeigen, also nicht beunruhigt sein. Bevor Euer neues Parallelport-Display in der Lage ist etwas anzuzeigen, muss jetzt noch die passende Software und evt. ein spezieller Parallelport-Treiber (Windows 2000/XP) installiert werden. (schaut bisle komisch aus weil die Schutzfolie noch nicht entfernt wurde) Tipp: Wenn alles funktioniert die Drähte des druckerkablels an der Buchsenleiste mittels Heißkleber fixieren (stabilisiert und schützt gegen Kurzschlüsse) als Software empfehle ich jaLCDs [ca 2,5 MB] oder LCDSmartie [ca 800kb] in den jeweils aktuellen Versionen; als Treiber für Windows 2000 und XP funktioniert bei mir der DLPortIO [1,7 MB] einwandfrei. Zur Auslesung von Temperaturen und Lüfterdrehzahlen wird zusätzlich (egal ob JaLCDs oder LCDSmartie) Motherboard Monitor 5 benötigt Links http://www.jalcds.de/ http://backupteam.gamepoint.net/smartie/ http://www.jalcdsforum.de/main.php (Hilfe zu jaLCDs) http://mbm.livewiredev.com/ (Motherboard Monitor) Tipp: Wem alles bislang beschriebene zu aufwendig oder kompliziert ist der erhält bei eBay bereits fertig gebastelte Displays in der regel für so um die 40,- Euro Frontblende Zur realisierung einer Metallfrontblende wie ich sie gebaut habe, druckt Euch am besten die von mir dazu erstellte Technische zeichnung [lcd-front.pdf] aus. Dort stehen alle benötigten maße und Angaben. [pdf - 10KB] nach der Zeichnung könnt ihr dann entweder selber eine entsprechende Blende fertigen oder diese in Auftrag geben. Zu beachten ist, dass bei der Verwendung von M3-Schrauben die bohrungen der Platine mittels Bohrmaschine oder Akkuschrauber und 3-mm-Bohrer vorsichtig vergrößert werden müssen. Bei meiner Frontblende sind die Metallbolzen mit 10 mm Länge und 8 mm Durchmesser auf die Rückseite der Blende aufgeschweißt; anschließend wurde ein M3 Gewinde eingeschnitten und das Bleck von der Vorderseite solange geschliffen bis von den Schweissstellen (auf der Rückseite) nichts mehr zu sehen war. Stattdessen könnt ihr an den angegebenen Stellen natürlich auch 3-mm-Bohrungen anbringen und die Platine dann mit M3 Schrauben und am besten 10mm Kunststoff distanzrollen (wenige Cent www.reichelt.de ) anbringen. In jedem Falle empfehle ich die Isolation der Platine gegen das Blech und die Schrauben, bei mir habe ich dies mit 8 Kunststoff Unterlegscheibchen für M3 Schrauben gemacht. ACHTUNG: Meine technische Zeichnung könnt ihr natürlich nur verwenden wenn Euer Display die gleichen Maße wie meins hat (mein Display ist wie gesagt aus einem Ebay Shop für 21,- leider habe ich den Namen des Shops vergessen glaube Höfler oder so ähnlich. Denke aber, dass das entsprechende Reichelt Display (27,- Euro) baugleich ist. überprüft zur Sicherheit so oder so die Maße zumindest grob. Solltet ihr Euch für eine Realisierung der Blende aus Edelstahl (Aluminium wäre ja auch nicht schlecht) entscheiden, ist bei der Verarbeitung des Materials zu beachten: IMMER mit kleinen Drehzahlen und jeder Menge Bohrspray b.z.w. speziellem Bohröl zu arbeiten. Denn wenn das Material oder der Bohrer b.z.w. das Sägeblatt zu heiß wird, habt ihr verloren. An einer überhitzten Stelle des Bleches bekommt ihr dann nie wieder ein Loch b.z.w. der Bohrer rutscht ab! Vor dem Bohren ist natürlich entsprechendes körnen absolute Vorraussetzung (Körner gibt es im Baumarkt für 2-3 Euro). Gerade Linien werden auf dem Blech am besten angerissen (Edding verschmiert vor allem in Verbindung mit Bohrspray leicht) Ok, das war dann schon alles, wobei die Metallblende alles in allem sicherlich mehr Arbeit und Zeitaufwand benötigt als das Löten der Displaysteuerung. Unten seht ihr noch ein paar Fotos des fertigen, hinter der Blende montierten, Displays und ein paar Beispiele was angezeigt werden kann! Viel Spaß beim Basteln! Sammy |